Nach unserer Rückkehr von Kangaroo Island wurden wir im Backpackers in Adelaide von Karen und Billy herzlich mit einer Flasche Wein empfangen. Der Abend wurde dann so lustig, dass wir um eine weitere Nacht in Adelaide verlängerten. Wir hätten es am nächsten Morgen niemals rechtzeitig aus dem Bett geschafft. Wir vergnügten uns vor dem Fernseher indem wir versuchten, die Regeln beim schrägsten Sport, dem Galic-Football zu erraten. Es lief gerade ein Spiel zwischen Australien und Irland. Das war echt sauglatt. Galic Football ist eine Mischung zwischen Rugby und Fussball. Es gibt sowohl die grossen Rugby-Tore wie auch Fussballtore mit Torhütern. Der Ball ist rund und kann geworfen und gekickt werden. Es darf geschupst werden aber nicht zu hart, sonst gibt es einen Strafstoss. Trotzdem prügeln sich die Spieler mehr als während einer ganzen Hockeysaison. Wenn ein Spieler ausgewechselt wird, muss er sich am Spielfeldrand auf einen Hometrainer setzten und solange trampen, bis er wieder aufs Spielfeld darf. Auch wenn es ein irischer Sport ist,….irgendwie passt er zum „verrückten“ Australien.
Während des Spiels bekamen wir noch eine Lektion Australisch. Auch hier ist Englisch nicht gleich Englisch, denn obwohl die Aussies ein gemütliches Völkchen sind, kürzen sie sämtliche Wörter als hätten sie den grössten Stress. Hier einige Beispiele: 20K – 20 Kilometer, 20P – 20 Penny (Rappen),
Mozzys – Moskitos, KI – Kangaroo Island, Jerk – Typ, Shela – Mädel.
Zudem haben wir erfahren, dass jeder Australier Hugh Jackman liebt, jedoch Paul Hogan (Crocodile Dundee) an Popularität verloren hat, seit er wegen Steuerhinterziehung dran gekommen ist.
Naja auf jeden Fall sind wir dann einen Tag später ca. 300 Kilometer in den Flinders Ranges Nationalpark gefahren. Eigentlich dachten wir, nach unserer Tour im Norden mit dem Outback abgeschlossen zu haben. Doch nur drei Stunden später fanden wir uns in dem totalen Nichts wieder. Auf dem Weg dorthin machten wir in einem kleinen Nationalpark eine Wanderung zur Alligator Gorge. Solche Gorges haben wir ja eigentlich schon genug gesehen, doch diese war echt toll und die Vegetation wesentlich anders. Während des Trails haben wir wieder Kängurus, Warane und Schlangen gesehen. Übrigens, viele Orte in Australien heissen irgendwas mit Alligator obwohl es hier gar keine Alligatoren gibt. Irgendein Englischer Forscher, der zuvor einmal in Amerika war und dort Alligatoren gesehen hatte, sah wohl keinen Unterschied zu den Australischen Echsen.
Wir sind dann also irgendwann am späten Nachmittag in Hawkers, zwischen Staub und Wüste, angekommen und haben uns vergebens nach einer günstigen Unterkunft umgesehen. Entweder reist man hier mit Zelt oder man blättert schnell 150.- Franken für ein Motel Zimmer hin. Da wir das Erste nicht hatten und das Zweite nicht wollten, registrierten wir uns beim Campingplatz und machten es uns im Wagen gemütlich. Der Campingchef war super nett und hat uns noch die Kochnische (inkl. TV) sauber gemacht und uns eine Pfanne ausgeliehen. So konnten wir uns im Fernsehen E.T. ansehen, während wir unsere Pasta assen. Irgendwie schräg, ...so weit im Nirgendwo.
Am nächsten Morgen ging es früh raus und nur schon die Fahrt nach Wilpena Pound war eine Sensation. Da es kurz zuvor etwas geregnet hatte, war die Strasse voll von Kängurus die das Wasser von der Strasse leckten. Wir sprechen hier aber nicht von zwei , drei Hoppelviechern. Während 50 Kilometern mussten wir hunderten ausweichen. Auch bekamen wir das erste Mal Emus zu sehen und auch davon, eine riesen Anzahl. Eines schleppte sogar gleich noch sieben Küken mit hinter sich her. Das Tagesziel war schon nach dieser Fahrt erreicht. Wir machten noch eine Wanderung zum Aussichtspunkt und fuhren den ganzen Tag durch die Gegend. Das ganze Gebiet beinhaltet ein Gesteinsmassiv, dass über 630 Millionen Jahre alt ist (wie auch immer man so was messen kann). Da wir wiederum keine günstige Unterkunft finden konnten, verbrachten wir nochmals eine Nacht im Toyota-INN ****.
Tags darauf ging es wieder zurück in Richtung Adelaide. Da unser Backpacker dort aber für diese Nacht ausgebucht war, machten wir einen Abstecher ins Barossa Valley, das wohl bekannteste Weingebiet von Australien. Wir waren ziemlich müde von der Fahrt und hatten keine Energie mehr für irgendwelches Touristen Zeugs. Wein schlürfen wollten wir uns aber nicht entgehen lassen. Wir sind dann also einfach mal auf ein Weingut gefahren und haben deren ganze Palette durchprobiert. Nach einer Stunde waren wir durch und sind ins Backpacker gefahren. Wir mussten keinen Dollar bezahlen und hatten während dieser Zeit tolle Unterhaltung und gute Beratung. Der Ausflug tat gut fürs Gemüt und noch mehr fürs PortemonnaieJ. Schliesslich ging es am nächsten Tag zurück nach Adelaide wo wir erst einmal ein Zelt kaufen gingen.
Da Kangaroo Island mir damals so super gefallen hat, wollte ich die Insel unbedingt noch einmal besuchen. Gross über unsere Aktivitäten zu berichten, lohnt sich nicht wirklich. Die Insel ist voll von Viechern und die wollten wir uns unbedingt ansehen. Auf den Fotos seht ihr, was uns dort so vor die Linse gehoppelt ist. Um dieses Berichtli nicht schon nach drei Zeilen wieder abzuschliessen, haben wir euch untenstehend einige tolle Facts über die spannende Tierwelt Kangaroo Islands aufgelistet.
Da wäre mal das wohl bekannteste Tier von Down Under, das Känguru. Das Beuteltier ist eine wahrhaftige Gebährmaschine. Ein Känguruweibchen kann bis zu drei Kinder in verschiedenen Stadien bei sich haben. Also während die Kuh gerade schwanger ist, kann Sie ein Baby im Beutel haben sowie eines ausserhalb mit sich mitführen. Um jedes Baby gerecht zu füttern, ist sie im Stande verschiedene Arten von Muttermilch für jedes Joey zu produzieren. Ein Känguru ist also sozusagen immer schwanger und daher an gewissen Orten bereits eine Plage. Allerdings muss man sagen, dass es erst dazu gekommen ist, seit der Mensch für die Schafs- und Rinderzucht Weiden angelegt hat, welche den Kängurus auch sehr entgegen kommen.
Keine endemischen Tiere, dafür aber eine Attraktion auf Kangaroo Island sind die Seehunde am Seal Bay. In diesem Nationalpark kann man die putzigen Fleischklumpen aus nächster Nähe beobachten wie sie...ja, halt einfach nur rumliegen. Gut, die Bemerkung ist etwas unfair. Seehundkühe verbringen ganze drei Tage im offenen Meer mit Nahrungssuche. Ihre Jungen müssen in dieser Zeit alleine am Strand ausharren und hoffen, dass ihre Mami zurückkommt. Schafft es nämlich ein Weibchen nicht, beispielsweise aus Erschöpfung oder weil sie gerade einem Haifisch in die Quere kam, dann gibt es für das Junge keine Hoffnung mehr. Eine fremde Mutter würde es nicht aufnehmen. Seehunde können alle zwei Jahre ein Junges bekommen, während ihres ganzen Lebens max. zehn. Davon schaffen es allerdings gerade mal dreissig Prozent die ersten zwei Wochen zu überleben und später allenfalls eigenen Nachwuchs zu haben. Durch die Einflüsse des Menschen (Fischerei und Umweltverschmutzung) sind diese Zahlen von Jahr zu Jahr mehr rückläufig. Selbst die Population auf dem geschützten Strandabschnitt von Kagaroo Island geht jährlich um 13% zurück. Auf den Fotos sind übrigens zwei verschiedene Arten zu sehen. In einer anderen Bucht weiter westlich ist ein beliebter Liegeplatz der New Zealand Seals, die wie es der Name schon sagt, von Neuseeland her kommen.
Zum Schluss schauen wir uns noch den Platypus an. In einem Land mit unglaublichen Kreaturen, ist dies das allerunglaublichste. Es existiert in einer Art anatomischem Niemandsland auf halbem Wege zwischen Säugetier und Reptil. 1799 verbreitete sich in England die Nachricht, dass in der neuen Kolonie ein giftiges, zahnloses, Eier legendes, halb am Wasser lebendes Tier existiert. Mit Fell, entenähnlichem Schnabel, dem Schwanz eines Bibers und Füssen, die sowohl Schwimmhäute als auch Krallen haben. Als dem britischen Museum ein solches Exemplar vorlag, hatte man tatsächlich geglaubt, dass die Entdecker selbst Hand angelegt und das Tier aus verschiedenen Teilen mehrerer Tieren zusammengesetzt hatten. Es dauerte dann auch eine Weile bis das Schnabeltier in die Kategorie der Säugetiere eingetragen wurde, zusammen mit dem Schabeigel oder auch Echidna. Nachdem ich damals mit Christof schon X Stunden erfolglos an Platypus Tümpeln verbracht hatte, waren meine Erwartungen sehr klein. Selbst ortsansässige Tour Guides kriegen mit viel Glück höchstens alle zwei Jahre eines dieser sehr scheuen Tierchen zu sehen. Unsere Freude war dafür enorm als dessen nächster Verwandter, eben ein Schabeigel, vor uns die Strasse überquerte.
Ein wirklich putziges kleines Fell- und Stachelgemisch mit einer süssen, länglichen Stupsnase. Wir liessen unser Auto quer in der Strasse stehen und setzten uns eine halbe Stunde ins Gebüsch um dieses Ding genauer anzusehen. Es fühlte sich an wie ein Lotto-Sechser (also wir wissen ja zwar nicht wie sich ein Lotto-Sechser anfühlt aber egal). Zu diesem Tier bekamen wir die Info, dass zu einer gewissen Jahreszeit, wenn das Weibchen fruchtbar ist, es auf Wanderung geht. Dabei wird es mehr und mehr von diversen männlichen Interessenten verfolgt, teilweise bis zu vierzehn Stück. Das Weibchen watschelt so lange umher, bis nur noch ein Männchen hinter ihr her ist. Dessen Durchhaltewille wird dann dafür belohnt mit,…na was den wohl J
Das Echidna und der Platypus sind die einzigen Lebewesen auf der Erde die Eier legen aber ihren Nachwuchs mit Milch versorgen. Sagenhaft!!!
Unseren letzten gemeinsamen Abend verbrachten wir zusammen mit einer ulkigen Kanadierin in einer Bar, die gerade einen Quizabend veranstaltete. Es war ganz witzig auch wenn das Team „Swiss Cheese“ am Schluss der Tabelle landeteJ. Danach mussten wir uns traurigerweise von Thomas verabschieden, der seine Reise in Perth fortführen wird. Es war eine tolle Zeit im Outback. Wir wünschen dir viel Spass und tolle Erlebnisse in West Australien. Am nächsten Tag sind wir dann nach Adelaide geflogen und gleich direkt zu unserem vorgebuchten Backpacker gefahren. Unser Zwei-Bett- Räumchen ist sehr gemütlich und die Leute hier sehr nett. Eine Amerikanerin nimmt uns gleich mit und zeigt uns wo wir Material fürs Abendessen kaufen können und nur kurz darauf erhalten wir auch schon eine Einladung ins Tirol von einer ganz netten Österreicherin. Lieber Gruss an Kathrin. In Adelaide verbrachten wir die meiste Zeit im Hostel und organisierten unsere Weiterreise. Geplant war ja, dass wir ein Auto kaufen, war uns billiger gekommen wäre. Da wir aber keine Zeit mit Suchen und dann mit Wiederverkaufen vergeuden wollten, haben wir uns halt für die kommenden vier Wochen ein Vehikel gemietet. Zwischendurch versuchten wir jeweils die Stadt zu Fuss zu erkunden aber nachdem wir seit Abreise in der Schweiz immer Temperaturen über 30grad hatten, war uns hier bei ca. 10 Grad einfach zu kalt und mit Regen definitiv auch zu nass. Am Sonntag hatten wir dann doch noch Glück mit milden 19 Grad. Zusammen mit Karen, der Amerikanerin, machten wir einen Ausflug zu einem kleinen Tierpark wo man Kängurus streicheln konnte und Koala Bären sah. Wir hatten den Plausch. Danach ging es noch zu einem Aussichtspunkt und anschliessen schlenderten wir durch den Botanischen Garten. So pässlet uns Adelaide immer mehr.